Klassik auf eine andere Art?

Klassik ist ein sehr weit reichender Begriff. Neben den Klassikern, wie Brahms, Händel, für den deutschen Raum hat man natürlich auch die “modernen Klassiker”, zum Beispiel die russischen Komponisten, wie Rachmaninow. So kann man voraus sagen, dass irgend wann auch Pomusik zur Klassik gezählt wird, also zum Beispiel die Beatles als Klassiker geführt werden. In diesem Spannungsfeld der ständigen Veränderungen, des Einsatzes von Instrumenten aber auch der Hörgewohnheiten, hat sich in den letzten Jahren eine neue Richtung entwickelt, die man mit “Classic Rock bzw. Pop” bezeichnen könnte. Hier werden oft die klassischen Instrumente wie Klavier, Cello oder Geige eingesetzt, auch klassische Stücke von Bach, Mozart, Vivaldi etc. verwendet, diese aber in einer Weise aufbereitet, dass sie den modernen Popklängen nah kommen.
Diese “Fusion” aus zwei Richtungen erfreut sich großer Beliebtheit, da sie der Klassik den Ernst nimmt und auch Hörer begeistert, die man mit den “normalen” klassischen Stücken, die sie oft als steif oder künstlich wahr nehmen, nicht gewinnen könnte. Dazu kommt natürlich auch ein gewisser Marketing Effekt, dass hier etwas als “neu” verkauft wird, eine neue Form der Musik. Ein typischer Vertreter dieser neuen Musikrichtung ist David Garrett, der mit seinen virtuos gespielten, rasanten Geigensoli auch viele Menschen begeistert, die sich sonst für klassische Instrumente und Musik kaum erwärmen könnten. Dass er auch noch photogen bzw. telegen ist, schadet nicht, aber dies nur am Rande, bzw. stehen diese neuen Künstler auch für ein Mehr an Öffentlichkeit, sie sind nicht einer elitären Gruppe vorbehalten, sondern “Musiker zum Anfassen”.

Viele Pop-Gruppen haben in den letzten Jahrzehnten auch Fassungen ihrer Lieder erstellt, bei denen ganze Symphonieorchester zum Einsatz gelangen. So vertonten Deep Purple ihr wunderbares Stück “April” mit höchst seriös wirkenden britischen Musikern, was einen Konzertmitschnitt auch zu einer Augenweide macht. Der etwas wilde Pop trifft auf brave Klassik. Das ruft eine ganz spezielle Dynamik hervor, die auch weiterhin ihre Anhänger finden wird. Wie ausgeführt, sind die Begrifflichkeiten in Bewegung geraten, was heute noch modern ist, kann morgen schon als Klassiker geführt werden, und in 2 oder 3 Generationen wird man die heute gespielte und gehörte Musik natürlich ganz anders rezipieren, als wir es heute tun. Dies ist ganz sicher ein Anlass, insgesamt den Horizont zu erweitern, auch einmal musikalisch auf eine Zeitreise zu gehen. Wie wurde wohl Mozart mit seinen ersten Stücken wahr genommen? War er ein Rebell oder schon etabliert? Die Antwort dürfte klar sein. Musik lebt und entwickelt sich.

Euer Musicindie-Team.

Klassik

Dubstep, der neue Trend?

Seit einigen Jahren hallen ungewohnte Klänge durch die britischen Clubs. Ein mächtiger, rhythmisch blubbernder Bass, langsame, tribalistische Breakbeats, düstere Riffs und schräge Soundeffekte – das sind die Markenzeichen des Dubsteps, einer erst wenige Jahre alten Musikrichtung, die zunehmend auch die deutschen Dancefloors erobert.

Die Anfänge des Dubsteps liegen in den späten 90ern, als die britischen Musikproduzenten Steve Gurley, Oris Jay, El-B und Zed Bias begannen, den Südlondoner 2-step- und Garage-Sound mit Elementen aus Drum’n'Bass, Dub und Breakbeat zu mixen. Anfangs hatte der neue Musikstil noch keinen eigenen Namen, und die ersten Tracks fanden auf den B-Seiten einiger Garage-Singles ihren Weg zur Hörerschaft. Der Begriff Dubstep ist eine Erfindung des Londoner Eventorganisators und Labelbetreibers Ammunition Promotions, der schon früh damit begann, den neuen Sound als eigenständige Musikrichtung zu vermarkten.

Für den endgültigen Durchbruch sorgte der 2001 gegründete Club Forward>>, ebenfalls ein Projekt von Ammunition Promotions. Forward>> etablierte eine regelmäßig stattfindende Partyreihe in den Velvet Rooms in Soho und betrieb zudem eine Radioshow auf dem Ostlondoner Piratensender Rinse FM. Ein früher Dubstep-Unterstützer war auch der legendäre Radio-DJ und Musikprophet John Peel, der das junge Genre im Jahre 2003 in einer seiner letzten Shows beim britischen Musiksender BBC Radio 1 vorstellte.

Auch der Südlondoner Plattenladen von Big Apple Records (heute Mixing Records) spielte eine wichtige Rolle in der frühen Phase des Dubsteps. Hatcha und Skream, zwei der bekanntesten britischen Dubstep-Produzenten, hatten hier ihren Arbeitsplatz, und viele Szenegrößen wie Plastician, N Type, Walsh, El-B und Zed Bias waren regelmäßig zu Gast.

Ab 2005 wurde Dubstep zunehmend auch außerhalb Großbritanniens bekannt. Für eine weltweite Welle der Popularität sorgte 2006 der Science-Fiction-Film Children of Men, dessen Soundtrack einige Stücke der bekannten Dubstep-Produzenten Kode9, Random Trio, Digital Mystikz, DJ Pinch und Pressure enthielt.

Stilistisch hat sich das Spektrum des Dubsteps in den letzten Jahren stark erweitert. Während viele europäische Produzenten am düsteren, basslastigen Sound festhalten, setzen amerikanische Künstler wie Skrillex und 6Blocc vermehrt auf aggressive, übersteuerte Riffs, kreischende Pads und obskure Noise-Effekte. Auch Ambient- und R’n'B-Elemente erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Inzwischen ist Dubstep im Mainstream angekommen und hat mehrere, teilweise nicht ganz ernst gemeinte Subgenres hervorgebracht. Dubstep ist damit auf dem besten Weg, der Drum’n'Bass des laufenden Jahrzehnts zu werden.

Euer Musicindie-Team.

Dubstep

Neuer Musikblog

Hallo, wir wollen demnächst auf dieser Internetpräsenz einen neuen Musikblog starten.

Du darfst gespannt sein…

Euer Musicindie-Team.

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